Prozeß eröffnet...
Die Hölle Cicerale – gutes Ende in Sicht !
Erstmals haben es nationale und internationale Protestbewegungen der Tierschützer geschafft, dass ein Canilebetreiber in Italien der Tiermisshandlung angeklagt wurde. Und sogar das italienische Gesundheitsministerium und die italienischen Medien haben sich der Gruppe der Kläger angeschlossen… Dies ist ein riesiger und bisher einmaliger Erfolg!
Man kann nun davon ausgehen, dass dieses Hundelager von Cicerale geschlossen wird. Wir hoffen, dass dies dann auch Signalwirkung für ganz Italien haben wird.
Der Prozeß wird im Oktober 2010 fortgesetzt...
Hier die in der italienischen Presse erschienene Berichterstattung in deutscher Übersetzung :
02/04/2010 - 15:50
Cicerale: der Betreiber wird angeklagt
Diese Nachricht ist bis jetzt noch in keiner landesweit erscheinenden Tageszeitung erschienen, doch sie findet sich im Internet auf verschiedenen Seiten von Tierschützorganisationen, wie z.B. Amicicani, Lav, Oipa Bezirk Salerno (in Facebook) und Chiliamacisegua.
Mauro Cafasso, Betreiber der Oasi S. Leo, besser bekannt als das Canile von Cicerale, das Horror-Canile, die Hölle von Cicerale und verschiedenen anderen schlimmen Bezeichnungen, wird wohl vom Staatsanwalt Renato Martuscielli wegen Tiermisshandlung und Unterbringung von Tieren unter nicht zulässigen Bedingungen, unsachgemäßer Entsorgung von Abwässern und Tierkörpern angeklagt werden.
Diese Nachricht soll von der rechtlichen Koordinierungsstelle bekannt gegeben worden sein, die zur Unterstützung des Gesundheitsministeriums und des Gerichts von Vallo della Lucania gegründet wurde, um sie bei der Schließung des Caniles von Cicerale zu unterstützen.
Zu dieser Koordinierungsstelle gehören auch verschiedene Tierschutzorganisationen, die in einschlägigen Kreisen und auch darüber hinaus bekannt sind, wie z.B. Lega Nazionale per Difesa del Cane, LAV, Associazione Canili Lazio, Animals Asia Foundation, Oipa und Enpa. Einige dieser Verbände sollen beschlossen haben, als Nebenkläger aufzutreten.
Montag, der 29. März, soll der erste Verhandlungstag im Prozess gegen den ehemaligen Betreiber des berühmt-berüchtigten Caniles (der zu allem Überfluss „Oase” genannt wurde) stattgefunden haben. Dieses Ergebnis war nur dank einer kollektiven Anstrengung möglich, die wirklich als unglaublich bezeichnet werden kann.
Außer den verschiedenen Tierschutzverbänden haben am Kampf zur Schließung von Cicerale auch zwei der stärksten gesellschaftlichen Kräfte teilgenommen, nämlich die Politik und die Medien.
Was die Politik anbelangt, so gebührt der Dank insbesondere der Unterstaatssekretärin Francesca Martini, die unglaublich aktiv war („wie üblich” könnte man hinzufügen), so aktiv, dass das Canile mehrfach geschlossen, dann aber auch wieder geöffnet und aus bürokratischen Gründen dem gleichen Betreiber übergeben wurde.
Die Odyssee kam zu ihrem Ende, als Frau Martini selbst die Carabinieri in das Canile geschickt hat. Nach ihrem Besuch wurde es beschlagnahmt. All dies geschah 2008, nachdem, und das sei der Wahrheit willen hinzugefügt, unzählige Anzeigen und parlamentarische Anfragen zu diesem Thema nichts ausrichten konnten.
Zum Team von Frau Martini gehören auch Gaetana Ferri und Frau Dott. Rosalba Matassa, die den Canile immer unter Kontrolle hatten.
Was die Medien anbelangt, so hat nicht nur das bekannte Programm "Striscia la Notizia" Millionen Zuschauer mit seinen Berichten über das Canile das Grauen vor Augen gehalten, sondern auch die Heldenjournalistin Stefania Piazzo zu diesem Erfolg beigetragen, die auf den Seiten der Tageszeitung "La Padania" ständig auf die "Verstöße" ( nennen wir sie einmal so ) im von Cafasso betriebenen Canile und die bürokratischen Probleme, die dessen definitive Schließung jedes Mal verhindert haben, hingewiesen hat. A.S.
Übersetzt von Angela Wilden
Hier der italienische Originaltext.
Kommentar der Pfotenhilfe Europa :
Man sieht, dass es durchaus Sinn macht und auch zum Erfolg führen kann, wenn man immer und immer wieder auf Mißstände hinweist, Petitionen unterzeichnet, Protestbriefe verschickt und gemeinsam an Zielen arbeitet. Es ist oft ein langsamer und mühevoller Weg, der sich aber durchaus lohnen kann. Cicerale ist eines der schlimmsten Tierheime Italiens. Die Mauern werden aller Vorraussicht nach fallen und darüber sind wir überglücklich. Die Pfotenhilfe Europa bedankt sich bei allen, die die Cicerale-Petition unterzeichnet haben und Briefe an die Politiker und die italienischen Medien geschickt haben. Auch bedanken wir uns bei der Journailistin Stefania Piazzo und bei der Politikerin Francesca Martini, deren Mut und Hartnäckigkeit nun belohnt wurden und bei allen italienischen Tierschützen, die niemals aufgegeben haben und ihr Ziel, den Hunden in dieser Hölle zu helfen, konsequent weiterverfolgt haben.
Dr.Roland Eichler
Pfotenhilfe Europa Team
Aktualisierung der Pfotenhilfe Europa (03.11.2010)
Der Canile-Besitzer Mauro Cafasso hat erneut einen Aufschub für seine Gerichtsverhandlung erreicht. Der Prozess soll im April 2011 forgesetzt werden.




