Kein Ohr für den Tierschutz
Quo vadis Vatikan? ein Fest der vielen Begegnungen
Die Aktion verlief eigentlich genau so wie ich es mir vorgestellt habe und wie ich sie auch wollte.
Ich durfte alle drei Tage während der Aktion in einem Tierheim (Hospiz für alte und kranke, auch behinderte Hunde und Katzen) schlafen. Ich durfte jeden Tag am Petrusplatz "da-sein", im Schweigen meditieren, fasten, für die Tiere beten und diese segnen.
Dass diese Aktion eine total friedvolle war bestätigt auch meine Begegnung mit Vatikan Security (Schweizer Garde) und den italienischen Carabinieri, die mir auf dem Petrusplatz zu meiner Aktion einige Fragen stellten.
Sie waren sich danach einig, dass meine Aktion keineswegs einen aggressiven Charakter hat und nicht als "Öffentliche Störung" zu sehen ist. Nach etwa einer halben Stunde der Befragung durfte ich meine Aktion im Schweigen wieder fortsetzen.
Die unbeteiligten "ahnungslosen" Menschen, die mir auf dem Petrusplatz begegnet sind reagierten auf mich (meine weiße Albe, den Rucksack mit Quo vadis Vatikan Überschrift und die aus meinem Rucksack rausguckenden Plüschtieren) entweder mit Verwunderung (Neugier) oder (in den meisten Fällen) mit freundlichem Lächeln im Gesicht.
"Schuld" daran waren bestimmt meine Stofftiere, die mich Stunde für Stunde und Schritt für Schritt meiner Quo vadis Vatikan Aktion begleitet haben. Welcher Pilger/Pastor trägt schon einen Rucksack mit Plüschtieren herum?
Der zentrale Punkt meiner Quo vadis Vatikan Aktion war natürlich der vierte Oktober, der Tag an dem die Katholische Kirche dem Heiligen Franz von Assisi gedenkt.
Und dieser Tag wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben. Es war ein Tag voller schöner Begegnungen - sowohl mit Menschen wie auch mit Tieren.
Viele rührende Momente, Gespräche, Ermutigungen, Gesten.
Ein Tag der Hoffnung für viele Menschen, die sich Sorgen um die Tiere machen. Ein Tag voller Freude und Zuversicht.
An diesem Tag wurde auch eine Petition (überreicht an mich von der deutschen Organisation "Pfotenhilfe-Europa") mit mehreren tausend Unterschriften von Tierschützern aus aller Welt an einem wie ich es finde best geeigneten Ort deponiert und zwar am Grab des Mannes, der "Aggiornamento" (Erneuerung) in der Katholischen Kirche angestrebt und gefordert hat und zwar am Grab des Papstes Johannes XXIII.
Für mich persönlich ein sehr schönes Symbol, Ausdruck dessen, was vielen TierschützerInnen tief am Herzen liegt.
Ich durfte den Papst Benedikt nicht live begegnen, obwohl ich ihn gleich am ersten Tag meiner Aktion anlässlich des Angelus Domini Gebetes in seinem Fenster gesehen habe.
Ich durfte mit ihm über das Tierleid und unsere kleinen Brüder und Schwestern Tiere nicht sprechen. Aber das macht auch nichts. Diesmal noch nicht.
Gemeinsam mit vielen TierschützerInnen und vor allem den Tieren selbst haben wir ein wichtiges Zeichen gesetzt.
Ein vielleicht neues Kapitel geöffnet - Geschichte geschrieben.
Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte vom Petrusplatz wurde dort für Tiere gebetet, gefastet - wurden dort Tiere gesegnet.
Es war mir eine Ehre dieses Kapitel mit vielen wunderbaren TierschützerInnen und dort anwesenden Tieren geschrieben zu haben.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denen bedanken, die mich in diesen Tagen auf die unterschiedlichste Art und Weise ermutigt und begleitet haben.
Aufgrund der zahlreichen Zusendungen von Mails und Sms ist es mir leider nicht möglich auf alle zu antworten.
Ich bitte Euch um Verständnis dafür. Ich versichere aber, dass ich jede E-Mail und Sms aufmerksam gelesen habe.
Die vielen Rückmeldungen und Reaktionen während meiner Quo vadis Vatikan Aktion haben bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass wir gemeinsam die Macht haben die Welt ein Stück zu verändern.
Es war für mich ein schönes Zeichen der weltweiten Solidarität von Menschen, die an einer "Frohen Botschaft" an- und für die Tiere gemeinsam mitwirken wollen.
In tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit:
Euer Animalpastor










