Aktuelle Meldung
Novelle zum Tierschutzgesetz
Liebe Tierfreunde,
heute eine Nachricht aus der deutschen Politik: die Bundesregierung „verbessert“ das Tierschutzgesetz, mittels einer Novelle, die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde.
Natürlich wünschen wir Tierschützer uns noch viel schärfere und tiefgreifendere Gesetze, die alle Arten von Tieren schützen, es ist also noch lange nicht das lang ersehnte „Tierschutz-Ziel“ erreicht, aber mit sehr kleinen Schritten werden Verbesserungen eingeführt.
Negativ fällt auf, dass bei der Nutztierhaltung keine weiteren behördlichen Kontrollen eingeführt werden, sondern auf die Pflicht der Eigenkontrolle von Nutztierhaltern gesetzt wird – lächerlich! Eigenkontrollen, als ob sich durch Eigenkontrollen etwas verändern wird. Außerdem wird seitens der Bundesregierung herausgestellt, dass in Deutschland Versuchstiere zukünftig besser geschützt sind und Deutschland eine Vorreiterrolle in diesem Bereich einnehmen würde... Tatsache ist, dass Deutschland jetzt (2012) eine EU-Richtline umsetzt, die bereits 2010 (!) in der EU beschlossen wurde. Von Vorreiterrolle kann da sicherlich keine Rede sein!
Hier zumindest die drei positiven Veränderungen der Novelle:
- Verbot des Schenkelbrandes (Brandzeichen) bei Pferden, da inzwischen ein Mikrochip zur Kennzeichnung von Pferden EU-weit vorgeschrieben ist.
- Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln, (leider erst) ab 2017. Derzeit werden jährlich ca. 20 Millionen Ferkel in Deutschland unter starken Schmerzen kastriert.
- Auf Landesebene sollen Maßnahmen gegen eine unkontrollierte Vermehrung streunender Katzen ergriffen werden. Wie das konkret aussehen soll ist noch fraglich, die Bundesregierung könnte sich vorstellen, den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen zu verbieten oder zu beschränken. Eine allgemeine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen und Kater wäre unserer Meinung nach am effektivsten.
Kritik an dieser, nicht sehr weit reichenden Novelle, üben auch Peta und der Deutsche Tierschutzbund. Lesen Sie deren Stellungnahmen bitte hier:
Ihr / Eurer
Pfotenhilfe-Team
Quelle: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz



