PHE kämpft für die Hunde Italiens
prima Sonntag/Würzburg führte ein Interview mit dem Teammitglied der PHE, Dr.Roland Eichler, über die Situation in italienischen Tierheimen :
primS:
Warum setzen Sie sich gerade für diese Tiere in Süditalien ein?
Roland Eichler:
Die Situation der Straßenhunde in vielen europäischen Ländern ist eine Katastrophe. Jährlich werden in Europa etwa eine Million Straßenhunde umgebracht, lebend erhängt, vergiftet, überfahren, erschossen, oder sie verhungern auf der Straße oder in Tierheimen, die diesen Namen nicht verdienen. Die Überpopulation ist menschengemacht, da viele Haushunde ausgesetzt werden, allein in Italien 135.000 Hunde jedes Jahr.
Italien ist hier Spitzenreiter.
Nur ca.8% diese Hunde sind gekennzeichnet und gechippt, so dass 92% der ihre Hunde aussetzenden Besitzer straffrei ausgehen. Italien hat zwar keine Tötungsstationen wie viele andere Länder, aber hier hat sich ein krimineller Geschäftszweig entwickelt, der den Betreibern der „Canili“ sehr viel Geld einbringt.
Sicherlich gibt es vereinzelt durchaus gute Tierheime und auch viele italienische Tierschützer, die "ihr letztes Hemd" für diese Hunde ausgeben. In den meisten dieser Tierlager ( vor allem im Süden Italiens - aber leider nicht nur dort ) findet aber ein „Slow-Kill“ unglaublichen Ausmaßes statt-
Ein Beispiel ist das Lager Cicerale/Salerno, in dem 97 Prozent der Hunde verhungerten :
Italien hat ein sehr gutes Tierschutzgesetz, das aber nur auf dem Papier steht. Der "Menefregismo" (die Gleichgültigkeit ), das "Nicht-prophylaktische Denken", das Problem lieber an der Wurzel zu packen (Kastrationen, AUSSPRECHEN von Strafen beim Aussetzen und konsequente Kennzeichnung aller Haustiere ) kommt dazu, man begnügt sich mit dem Wegsperren und sieht nicht, dass die Straßenhunde immer mehr werden. Verantwortlich dafür ist hingegen nicht DER Italiener, sondern die nicht effektiv handelnden Politiker und verantwortlichen Betreiber.
primS:
Wie setzen Sie sich hier in Deutschland ein?
Roland Eichler :
- ich habe zusammen mit unserem Teammitglied Claudia Röckl einen Bericht über Italien auf www.pfotenhilfe-europa.eu publiziert
- ich plane mit unserer Organisation, der Pfotenhilfe Europa, eine italienweite Protestaktion und erarbeite derzeit einen entsprechenden Protestbrief, den wir dann an alle italienischen Politiker, an das EU-Parlament, an die Konsulate, an die Medien, an prominente Italiener, an die italienische Tierärztekammer etc. schicken werden
- wir haben vor, im Mai 2010 eine Protest-Omnibusfahrt zusammen mit unserer Partner Organisation CICTO nach Apulien durchzuführen.
- wir arbeiten zusammen mit Tierschutzorganisationen, die sich für Italien einsetzen und fördern die Verbreitung von Informationen, Unterschriftslisten und Petitionen.
primS:
Was ist das Ziel der Petition „Stopp der Hundehölle in Apulien“?
Roland Eichler:
Endlich Prophylaxe, das heißt: Kastrationen unentgeltlich und zwingend für alle (außer ausgewiesene Züchter), Wiederaussetzen von kastrierten Straßenhunden (wo dies möglich ist), Kennzeichnung aller Haushunde obligatorisch, für Hunde in Tierheimen: ausreichend Futter und Wasser, artgerechte Unterbringung, Öffnungszeiten, um Adoptionen zu ermöglichen, Auslauf für die Hunde schaffen und tierärztliche Versorgung bei Krankheit/Verletzung. Kastrationen auch in den Tierheimen. Kontrollmöglichkeiten von außen. Abschaffung der finanziellen Bereicherung. Konsequente Bestrafung des Aussetzens von Haushunden und die Kontrolle der Kennzeichnung.
primS:
Wann wird die Petition überreicht?
Roland Eichler:
Wir haben vor, im April 2010 eine entsprechende Aktion in Italien zu veranstalten und diese Unterschriften dann dem Regierungschef von Apulien zu übergeben.
primS:
Was geschieht mit den Tieren, wenn Sie Erfolg haben?
Roland Eichler:
Wir hoffen, irgendwann Zustände erreichen zu können, wie wir sie auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich vorfinden, wo sicherlich auch noch manches verbesserungswürdig ist (Katzen!), der Standard für die Hunde jedoch meist gut ist. Von Gassigehzeiten, tierärztlicher Versorgung, ausreichender Ernährung, ausreichend Platz, Bewegung, Adoptionen etc., davon können die Hunde Italiens nur träumen, denn die sterben still vor sich hin.
Wenn Sie den ganzen Bericht der primaSonntag lesen möchten : Hier können Sie den gesamten Artikel lesen...
Sie wollen helfen?
Wenn Sie mithelfen möchten, gegen diese katastrophalen Zustände in Italiens "Tierheimen" vorzugehen, können Sie das durch das Sammeln von Unterschriften für die beschriebene Aktion :
Die Unterschriftliste können Sie hier herunterladen.
Außerdem können Sie hier eine Petition unterzeichnen, die sich an die Tourismusbehörden Apuliens wendet .
Desweiteren können Sie gegen die Mißstände in den "Tierheimen" von Cicerale und Campobasso durch die Unterzeichnung der entsprechenden Petitionen protestieren.
Hier verweisen wir nochmals auf den offenen Brief, den italienische Tierschützer ins Netz gestellt haben und den wir bereits publiziert haben.



